Mein weltwärts-Jahr in La Paz/El Alto

„It always seems impossible until it's done."-Nelson Mandela

 
10November
2016

Potosí - In der ehemals reichsten Stadt der Welt

Direkt vom Salar aus ging es für mich alleine nach Potosí weiter.

Im 17. Jahrhundert die reichste Stadt weltweit, ist das heute leider nicht mehr so. Davon übrig geblieben sind auf jeden Fall die kolonialen Häuser und Kirchen. (Leider konnte ich nicht so viele Fotos machen, da der Akku meiner Kamera leer und mein Ladegerät kaputt war.)

Eine kleine Tanzvorstellung  

Potosí wurde reich druch den "Cerro Rico" (Reicher Berg), der früher viel Silber bereit hielt. Über zwei Jahrhunderte beuteten die Spanier die Bevölkerung aus, viele Bolivianer verloren ihr Leben in den Minen. Bis kaum noch Silber vorhanden war.Trotzdem ist der Berg bis heute Arbeitsplatz für sehr viele Bolivianer, die auch noch das letzte Stückchen Silber und andere Stoffe suchen.

Im Hintergrund der kegelförmige Cerro Rico

Eine meiner krassesten Erfahrungen in Bolivien war definitiv der Besuch einer Mine. Zu allererst ging es zum Bergarbeitermarkt, wo man übrlicherweise Coca, Getränke, Dynamit (frei verkäuflich!!!) o.ä. als Geschenk für die Minenarbeiter kauft.

Jeder Bergarbeiter ist selbst für seine Sicherheit verantwortlich, das heißt er muss sich auch Schutzkleidung selbst kaufen. Da diese sehr teuer ist, beschränkt sie sich bei den meisten nur auf einen Helm und einen Atemschutz. Auch für die Sicherheit wird wirklich 0.0 gesorgt, die Sicherheitsvorkehrungen haben sich seit dem 17. Jahrhundert so gut wie nicht verändert. Die Gänge sind eng, dunkel, staubig und stickig. Geklettert wird über morsche Leitern und Balken. Manchmal war mir da unten doch etwas mulmig zumute. 

Es ist kaum zu glauben, dass in diesen Minen täglich hunderte Männer stundenlang ohne Tageslicht auf eigene Faust Gänge mit Dynamit sprengen um danach Silber usw. mit Hammer und Meisel von Hand freizuklopfen. Da es dort so staubig ist, ist es sogar unmöglich zu essen, nur das Kauen von Cocablättern ist kein Problem, hilft zusätzlich gegen Müdigkeit und Durst. 

In der Mine lebt der Tío (Onkel), der Hüter der Minen, mit dem man sich gut stellen muss, denn er beschützt die Arbeiter. In den Minen gibt es viele "Altare" an denen alles mögliche für ihn geopfert wird. 

Als ich draußen war, war ich sehr froh darüber, zu wissen, dass ich nie in so einer unsicheren Mine arbeiten werden muss. Ich bin auch heute noch fassungslos wie die Regierung nichts gegen die miserabele Sicherheit tut und sogar Kinder in den Minen arbeiten lässt.

Ansonsten habe ich in der Casa de Moneda (Haus der Münze) eine Münze geprägt und war an einer warmen Lagune baden.

09November
2016

Salar de Uyuni - am größten Salzsee der Welt

So meine Lieben,

nach mehr als zwei Monaten zurück in Deutschland, schaffe ich es endlich euch von meinen Reisen im Juli zu berichten. Da das jetzt doch schon ein wenig, werde ich die Berichte etwas knapper halten als sonst. Aber ich denke, ihr könnt euch durch die Fotos auch so gut vorstellen, was ich in meinen letzten Monaten noch für eine tolle Zeit hatte.

Beim Salar de Uyuni handelt es sich um die größte Salzwüste/Salzsee der Welt und man hat einfach nur eine riesige weiße Landschaft vor sich. Die Drei-Tages-Tour unternahm ich mit Sylva, einer Freundin von Sophia, die grade zu Besuch war. In einer Gruppe mit vier anderen Touristen und unserem Guide machten wir uns zuerst auf den Weg zum Eisenbahnfriedhof.

   

Danach machten wir einen kurzen Abstecher beim größten Salzhotel:

Später ging es dann weiter die klassichen Fotos machen, die deswegen möglich sind, da der Salar de Uyuni extrem eben ist.

Das nächste Highlight war die Kakteeninsel mitten im "See".

Zum Übernachten fuhren wir dann weiter in ein kleines Salzhotel.

Am nächsten Morgen dann der Schock: Es hatte über Nacht geschneit. Lange war nicht klar, ob wir überhaupt weiterfahren können. Am Ende stand fest, dass wir auf eine Ersatzroute ausweichen müssen, da alles andere zu gefährlich gewesen wäre. Aber gerade der Schnee brachte uns die nächsten beiden Tage atemberaubende Blicke auf die Landschaft rund rund um den Salar mit ihren wunderschönen Bergen, Lagunen´, Vulkanen und Gesteinsformationen.

  

 

 

 

28August
2016

Der Countdown läuft...

Hallo meine Liebsten,

wie ihr vermutlich schon bemerkt habt, war ich was das Blogeinträgeschreiben angeht in letzter Zeit nicht sonderlich hinterher. Das liegt vorallem daran, dass ich im Moment wirklich sehr viel zu tun habe (Abschiedsgeschenke, letzte Ausflüge usw.) und ich außerdem meine letzten Wochen in Bolivien genießen wollte und mit dem Kopf außerdem noch nicht zu sehr in Deutschland und auf Abschied eingestellt sein wollte.

Doch nun muss ich das wohl langsam mal, denn in neun Tagen werde ich bereits wieder deutschen Boden unter den Füßen haben, spätestens dann kann ich den Gedanken daran, dass ich Bolivien für eine Weile verlassen muss, nicht mehr von mir wegschieben. Die Zeit ging einfach unglaublich schnell rum! Zur Zeit fällt es mir wirklich nicht sehr leicht daran zu denken, dass ich das hier alles schon in einer Woche hinter mir lassen muss um in mein altes neues Leben zu starten. Ich hoffe, dass mir der Abschied und die Eingewöhnung in Deutschland nicht so schwer fallen wird, wie ich es mir ausmale. Auf jeden Fall bin ich der festen Überzeugung, dass ich sobald es geht auch wieder nach Bolivien reisen werde, auch wenn nur für ein paar Wochen :)

Was aber auf jeden Fall beruhigend ist, ist, dass ich nun endlich weiß was und wo ich ab Oktober studieren werde. Nämlich Wirtschaftsrecht in Pforzheim, ein WG-Zimmer habe ich auch schon. Ich bin gespannt auf diesen neuen Lebensabschnitt und freue mich auch darauf, obwohl ich mir im Moment noch gar nicht vorstellen kann bald Studentin zu sein.

Neue Blogeinträge zu meinen Reisen im Juli zum Salar de Uyuni, nach Potosí und in den Dschungel gibt es dann leider aber erst in ein paar Wochen aus Deutschland, da ich hier wohl nicht mehr dazu kommen werde. Ich hoffe, ihr könnt das verschmerzen, aber demnächst kann ich euch ja dann sowieso auch persönlich berichten.

Letzte Grüße aus dem wunderschönen und für mich ganz besonderen Bolivien, das ich sicherlich sehr vermissen werde,

eure Anna-Lena

La Paz maravillosa

 

 

19Juni
2016

Valle de las Animas

Zwei Wochen verbrachte ich dann schon wieder ein paar Stunden in einem Tal. Dieses Mal im Valle de las Animas mit Freddy, wo es keine Touristen gibt und es ein bisschen grüner ist.

Allgemein erinnert es aber trotzdem stark an das Valle de la Luna mit seinen beeindruckenden Steinformationen.

Ganz so weit rein liefen wir nicht, da ich von meiner Erkältung noch nicht ganz erholt und schnell außer Atem war, aber ich bekam trotzdem einen ganz guten Eindruck und es hat mir gut gefallen.

Danach waren wir noch kurz in einem Park, in dem es einen kleinen See zum Tretbootfahren gibt. Leider muss man für solche Parks immer Eintritt zahlen und es gibt sie nur in der Zona Sur (Reichengegend), ansonsten sind Grünflächen hier nämlich grundsätzlich eingezäunt, sofern es überhaupt welche gibt.

19Juni
2016

Valle de la Luna

Wie ihr vielleicht schon bemerkt habt, bin ich grade dabei die Ausflugsziele in der Nähe abzuklappern, die ich bis jetzt noch nicht gesehen habe.

Auch das Valle de la Luna (Mondtal) hatte ich vorher noch nicht besucht und fuhr ich mit Sophia mal sonntags hin. Zu sehen gibt es seltsame Formationen aus Erde und Stein, die wohl anscheinend an die Mondlandschaft erinnern sollen. 

19Juni
2016

Mädelswochenende am Lago Titicaca

Vor gut einem Monat verbrachte ich mit Lena, Sophia und Alma (Sophias Hund) ein seeehr entspanntes Wochenende am Titicacasee.

Wir fuhren Samstagmorgen los und kamen mittags in Copacabana an. Es ist wirklich wunderschön dort, ein bisschen zu viele Touristen, aber ansonsten aber das totale Paradies! Es fühlt sich an als wäre man am Mittelmeer. Ich finde die Bolivianer müssen gar nicht so traurig über ihr verlorenes Meer sein ;) (Gut, dass hat andere Gründe, aber am Titicacasee fühlt man sich echt wie am Meer). 

Bald darauf machten wir uns mit dem Boot auf zur Isla del Sol (Sonneninsel). Die Bootsfahrt war auch super schön und es fühlte sich an wie Urlaub. Trotz der zauberhaften Kulisse auf der Insel unternahmen wir dort nicht besonders viel, da wir alle ein wenig Erholung brauchten. Wir aßen Trucha (Forelle) und Schnitzel, redeten noch kurz und gingen dann sehr früh schlafen.

  

Am nächsten Morgen fuhren wir schon wieder zurück zum Wallfahrtsort Copacabana, wo wir uns Pizza und frischgepressten Saft gönnten und uns die Basilica ansahen, vor der immer Autos getauft werden.

Zwei schöne und unanstrengende Tage am Titicacasee!

10Juni
2016

Kurztrip nach Sorata

Hallo meine Lieben, 

nach einiger Zeit melde ich mich nun mal wieder und ich muss sagen, dass dieser Eintrag auch schon längst überfällig ist. Ins ruhige Bergstädtchen Sorata fuhr ich nämlich schon am letzten Freitag im April um dort dann den Samstag gemütlich mit Margot, Maria und Freddy zu verbringen.

In Sorata angekommen übernachteten wir erst mal in einem Hostel. Am nächsten morgen liefen wir dann ein bisschen durch das Dorf und schauten dem Markttreiben zu. 

  Cherimoya

Danach unternahmen wir eine kleine Wanderung zu einem Fluss, auf der wir einige Fotos schossen und ansonsten die Landschaft genossen.

Später besichtigten wir die Gruta de San Pedro (Höhle), in der es einen Höhlensee gibt, auch das hat mir gut gefallen.

Zum Schluss genossen wir dann nochmal die Aussicht über Sorata die Aussicht und picknickten am Fluss, ein schöner Abschluss eines gelungenen Tages!

Auf der Fahrt nach Hause wurde uns dann klar, wieso wir den ganzen Tag nicht ein Mal die Sonne zu Gesicht bekommen hatten:

Über Sorata hing ein, zumindest von oben, wunderschönes Wolkenmeer. Von unten war's leider nicht ganz so vorteilhaft.

Viele liebe Grüße aus dem frischen La Paz bzw. El Alto ♥

17Mai
2016

Anna-Lena- die Kartoffelbäuerin

Vor einigen Wochen musste ich samstags seeeehr früh aufstehen um mit meiner Gastfamilie und Maria in das Dorf aus dem mein Gastvater stammt, zu fahren. Zum Kartoffeln ernten.

Nach drei Stunden Fahrt und 30 Minuten Fußmarsch kamen wir in einem typischen, kleinen Dorf auf dem Altiplano in der Nähe des Titicacasees an. Und wieder einmal war ich begeistert von der wunderschönen Natur Boliviens. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie sehr ich dieses Land liebe.

 

Doch lang konnte ich diesen Anblick nicht genießen, denn wir waren ja nicht zum Vergnügen dort. Ich kann euch sagen, ich habe in meinem Leben noch nie etwas so anstrengendes gemacht, mir tat irgendwann einfach nur noch alles weh und ich hatte noch Tage danach Muskelkater. Dennoch hat es auch Spaß gemacht, da man seine Erfolge sofort sah, am Ende des Tages behaupten konnte etwas geschafft zu haben und es doch auch schön war mal was Praktisches zu machen. Ich habe seit dem größten Respekt vor allen Bauern dieser Welt, vorallem vor denen die noch vieles ohne Maschinen machen.

  

Zur Stärkung gab es natürlich, wer hätte es gedacht, KARTOFFELN, Chuño und Tunta, serviert im Ahuayo (buntes Tragetuch).

Ein eindrucksvoller Tag!

 

Durch Zufall habe ich gerade entdeckt, dass ich vor ziemlich genau einem Jahr meinen ersten Blogeintrag mit dem Titel "Noch vier Monate..." veröffentlicht habe, einfach krass, weil es damals noch knappe vier Monate bis zur Ausreise waren, jetzt sind es noch weniger als vier bis zu Abreise, der ich mit sehr gemischten Gefühlen entgegen blicke.

17Mai
2016

Día del Niño

Den Tag des Kindes, der dieses Jahr auf den 12. April fiel, feiert man hingegen verhältnismäßig groß. Überall gibt es Aktionen für die Kleinsten.

Im Projekt haben wir diesen Tag im Prinzip wie einen Kindergeburtstag aufgezogen. Es gab Torte, Spiele wie Eierlauf, Luftballontanz, Reise nach Jerusalem und Zeitungswettrennen, eine Piñata, leckeres Essen, Gelatina und Luftballontiere.

       

Ein wunderschöner Tag, an dem viel gelacht wurde!

Ich würde sagen, Bilder sagen oft eben wirklich mehr als tausend Worte und halte mich in diesem Sinne kurz.

07Mai
2016

Ostern

Anders als erwartet spielt das Osterfest in Bolivien so gut wie gar keine Rolle.

Am Karfreitag ging ich mit zum Kirchenausflug zu "aguas termales" (Thermalbädern), die im Gegensatz zu denen in Urmiri aber nicht besondern einladend waren.

Ganz interssant war dann jedoch die Taufe, die an diesem Tag dort gefeiert wurde. Erst wurde gesungen, dann wurde das Taufversprechen gegeben und wir begleiteten die Täuflinge in einer singenden Karavane zu den Becken, in denen sie in weißen Gewändern per Ganzkörpertaufe getauft wurden.

Am Samstag unternahm ich dann den Versuch Eier zu färben, das Ergebnis war allerdings nicht ganz so berauschend. Außer mit Kaffeepulver funktionierte überhaupt nichts und so musste ich die restlichen Eier noch mit Fingerfarbe bemalen.

Nichtsdestotrotz versteckte ich am Sonntagmorgen ganz traditionell Ostereier für meine Gastfamilie, die sich wenig später auf die Suche begab. Zu meiner Freude hatten nicht nur die Kinder ihren Spaß dabei.

Auf dem mittleren Bild ist übrigens auch Maria zu sehen, eine Freundin von Freddy, die seit dem Osterwochenende bei uns wohnt und mit mir arbeitet.

Etwas verspätet kam dann schließlich am Dienstag nach Ostern der Osterhase auch  in mein Projekt. Es gab für alle Kinder ein Osternest mit Süßigkeiten, Aufklebern, Radiergummi und Gummidino.

Was man leider zu den Fotos sagen muss, ist, dass kaum noch eines der Kinder, die auf den Fotos zu sehen sind, ins Projekt kommt. Anders als im alten Projekt findet dort ein ständiger Kinderwechsel bei den Schulkindern statt.

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