Mein weltwärts-Jahr in La Paz/El Alto

„It always seems impossible until it's done."-Nelson Mandela

29April
2017

Dschungelabenteuer

Viel Zeit ist vergangen seit meinem letzten Blogeintrag, aber auch nach meiner Zeit in Bolivien. Da ich mir immer fest vorgenommen habe meinen Blog irgendwann noch fertigzustellen, habe ich beschlossen nun noch von meiner eindrucksvollsten Reise in den Nationalpark Madidi zu berichten. 

Allein schon der Flug war ein Erlebnis für sich, wir (6 Freiwillige, 2 Besucher, 1 Bolivianer) flogen mit der bolivianischen Militärairline. Außer einer Drogenkontrolle mit Spürhund gab es keine Sicherheitsvorkehrungen. Die Aussicht über La Paz und El Alto, die Anden und später dann über den Regenwald war beeindruckend.

In Rurrenabaque angekommen buchten wir eine Dreitagestour in den Dschungel und eine 2,5tagestour in die Pampas. Rurrenabaque ist ein kleines Städtchen im Westen Boliviens, in dem es wirklich ganz anders ist als in der Großstadt La Paz, vor allem vom Klima und der Landschaft und damit auch von der Lebensweise her, was wieder die Vielseitigkeit Boliviens zeigt. Von dort ging es mit dem Boot los in die wunderschöne Natur und ich sah zum ersten Mal einen Urwald. 

Auf dem Weg zu unserer Unterkunft hielten wir an um Zuckerrohr zu ernten, zu pressen und den Saft davon zu trinken. Süß, aber lecker!

Ohne Moskitonetz geht im Dschungel gar nichts:

Wärend der drei Tage sahen wir wider Erwarten so gut wie keine Tiere, lernten während der Wanderungen jedoch viel über die Pflanzenwelt, was total spannend war. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir dabei eine Pflanze deren Rinde exakt wie Knoblauch roch. 

Tarzan spielen:

Unsere Unterkunft in der zweiten Nacht war dann weniger gemütlich, wir schliefen unter einer Plane, unter einem Moskitonetz, auf einer dünnen Isomatte. Gerade bei ströhmendem Regen nicht besonders angenehm, aber definitiv eine Erfahrung wert. Gekocht wurde von einer Köchin auf offenem Feuer und das auch noch sehr lecker. 

Ein Piranha:

Nach drei erlebnisreichen Tagen mit Wanderungen, einigen Badeeinheiten im Fluss und einfach einer tollen Zeit in guter Gemeinschaft ging es wieder zurück nach Rurrenabaque. 

Von dort aus brachen wir sofort wieder auf in die Pampas, etwa drei Stunden mit dem Auto entfernt. Die Pampas kann man sich so vorstellen: ein Fluss mit Bäumen außenrum und dahinter kilometerweite Sumpflandschaft. Im Gegensatz zum Dschungel gab es hier unglaublich viele Tiere,  alle paar Meter lag ein Kaiman oder ein Wasserschwein. Außerdem bekamen wir viele Vögel, Affen, Schildkröten und rosane Delfine zu sehen. 

  

Auch Zeit für ein kurzes Bad im selben Wasser mit den Piranhas, aber vor allem mit den scheuen Flussdelfinen blieb uns auf der Strecke zum Camp Zeit. 

  

Abends bekamen wir dann einen Sonnenuntergang zu sehen, der schöner war als alle Sonnenuntergänge, die ich zuvor gesehen hatte. 

Ansonsten machten wir im Dunkeln eine Bootstour und lauschten den Klängen der Pampas. Am nächsten Tag machten wir uns im Sumpf auf die Suche nach Schlangen. Die Suche war (zum Glück!!!) erfolglos. 

Zurück hatte ich mich dann für den Bus entschieden, wovon uns eigentlich abgeraten wurde, was ich im Nachhinein auch gut nachvollziehen kann. Wir fuhren in einem klapprichen Bus mehr als 12 Stunden durch die Berge über ungeteerten engen Straße am Abgrund entlang. Der Bus wackelte furchtbar und dann hatten wir mitten in der Nacht auch noch eine Panne. Das war die einzige Busfahrt auf der ich wirklich Angst hatte, obwohl sicher so einige Strecken nicht so ganz ohne waren, aber diese Strecke war extrem.